Archiv für den Tag: 4. Februar 2010

Mehrwertsteuer-Senkung in der Hotellerie: Nicht jeder Übernachtungsgast fordert niedrigere Zimmerpreise

Pressemeldung von Hotel.de

04.02.2010 | 10:00 Uhr
Mehrwertsteuer-Senkung in der Hotellerie: Nicht jeder Übernachtungsgast fordert niedrigere Zimmerpreise
Nürnberg (ots) – Der seit Anfang dieses Jahres geltende vergünstigte Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen wird in der Politik und in der Öffentlichkeit derzeit heftig und kontrovers diskutiert.

Ziel der Steuersenkung sollte eigentlich die Gleichstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hoteliers gegenüber ihren Kollegen in anderen EU-Staaten und damit verbunden eine Ankurbelung der Investitionsbereitschaft der Hotellerie in Deutschland sein. Im gleichen Kontext wird zudem immer wieder der Ruf laut nach Zimmerpreissenkungen als logische Folge der verringerten Steuerlast auf Hotelseite.

Doch ist diese Forderung berechtigt? Was sagen eigentlich die Hotelgäste dazu? Der Online-Hotelreservierungsdienst hotel.de hat nun im Rahmen einer Trendumfrage zu dieser Thematik, an der mehr als 1.000 seiner Hotelbucher teilgenommen haben, folgendes nicht unbedingt zu erwartendes Ergebnis ermittelt:

Bei weitem nicht jeder Hotelgast fordert aus der Steuersenkung zwingend sinkende Übernachtungspreise. Nur knapp jeder Zweite sprach sich hierfür aus und hofft, zukünftig etwas weniger für sein Hotelzimmer bezahlen zu müssen. Immerhin rund ein Fünftel der Befragten zeigte jedoch Verständnis für die mehrheitliche Haltung der Hoteliers, den gewonnenen finanziellen Spielraum aus der Steuersenkung primär in die Infrastruktur der Hotels sowie in die Mitarbeiter-Weiterbildung investieren zu wollen. Schließlich würde man als Gast so auf andere, qualitative Weise profitieren. Nahezu 30% der befragten hotel.de-Nutzer erwarten weder das eine noch das andere, sondern glauben, dass die freigewordenen Mittel eher in den Gewinn der Hotels einfließen werden.

Hier das Umfrageergebnis im Detail:

Ich erwarte, dass der gewonnene Spielraum…

1 – reinvestiert wird und sich so die Qualität der Hotels in Deutschland verbessert = 21,16%

2 – mehrheitlich an die Kunden weitergegeben wird und die Zimmerpreise dadurch insgesamt fallen werden = 49,22%

3 – vornehmlich dazu genutzt werden wird, das Ergebnis der Hotels zu optimieren, also ggfs. mehr Gewinn zu machen bzw. etwaige Verluste auszugleichen = 29,62%

Pressekontakt:

hotel.de AG
Timo Vavrinec
Hugo-Junkers-Str. 15-17
90411 Nürnberg
Fon: 0911-59832-0
Fax: 0911-59832-11
E-Mail: presse@hotel.de
www.hotel.de

Wir danken unserem Partner Hotel.de für die Zustimmung zur Veröffentlichung dieser Pressemitteilung auf unserm Blog!

Tourismuspolitische Leitlinien

Unterstützung kommt aus allen Parteien

Die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes für das Hotel- und Gastgewerbe ist kein neues Thema. Bereits in den neunziger Jahren hat sich die Politik damit intensiv auseinandergesetzt.

Die folgende Chronologie gibt die wesentlichen Meilensteine in der politischen Diskussion für die Einführung eines reduzierten Mehrwertsteuersatzes wider:

Mai 1998Tourismuspolitische Leitlinien der SPD und hier als PDF

19. Januar 1999
Bundestagsantrag der CDU zur Harmonisierung der Mehrwertsteuersätze in der Europäischen Union (14/294)
17. März 1999
Große Anfrage der FDP zu den Wettbewerbsbedingungen für die deutsche Tourismuswirtschaft im Euro-Land (14/591)
26. Mai 1999
Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der FDP zu den Wettbewerbsbedingungen für die deutsche Tourismuswirtschaft im Euro-Land (14/1079)
2005
Zusicherung im Wahlprogramm der FDP, die Mehrwertsteuer zu senken
8. Februar 2006
Kleine Anfrage der FDP zur Haltung der Bundesregierung zu reduzierten Mehrwertsteuersätzen
in Hotellerie und Gastronomie (16/617)
27. Februar 2006
Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP zur Haltung der Bundesregierung (16/775)
8. September 2008
Empfehlung des federführenden Ausschusses für Fragen der Europäischen Union, des
Finanz- und des Wirtschaftsausschusses an den Bundesrat (506/1/08)
18. März 2009
Bundestagsantrag der FDP zur Einführung ermäßigter Mehrwertsteuersätze für Hotellerie
und Gastronomie in Deutschland (16/12287)
6. April 2009
Bundesratsantrag des Freistaates Bayern zur Einführung des ermäßigten Umsatzsteuersatzes
für das Hotellerie- und Gaststättengewerbe (300/09)
9. April 2009
Landtagsantrag der Fraktion der Freien Wähler im Bayerischen Landtag zur Änderung
des Mehrwertsteuergesetzes (16/1134)
11. Mai 2009
Die Fraktion der GRÜNEN im Bayerischen Landtag fordert die reduzierte Mehrwertsteuer
15./17. Mai 2009
Zusage im FDP-Wahlprogramm, die Mehrwertsteuer zu senken
17./18 Juli 2009
Zusage im CSU Wahlaufruf
20./21. Juni 2009
Zusage im Wahlprogramm von DIE LINKE
29. Juni 2009
Ankündigung im CDU/CSU Wahlprogramm, das Mehrwertsteuersystem strukturell zu überprüfen… insbesondere mit Blick auf die Wettbewerbssituation bestimmter Bereiche
September 2009
Die Fraktion der GRÜNEN im Sächsischen Landtag unterstützt die Forderung hinsichtlich
der Einführung der reduzierten Mehrwertsteuer im Gastgewerbe.

Gut, dass es machmal klare Worte gibt!

Überwachungsaudit zur DIN ISO 9001-Zertifizierung

Das Berlin Plaza Hotel & Hotel Astoria werden ein knappes Jahr nach der DIN ISO 9001-Zertifizierung ihren hohen Qualitätsstandard im Rahmen eines umfassenden Überwachungsaudits bestätigen müssen. 

Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001 werden grundsätzlich in regelmäßigen Überwachungsaudits durch die jeweils zuständigen offiziellen Stellen auf ihre Einhaltung und Durchführung in den Unternehmen geprüft. Die Überprüfung erfolgt dabei nach exakt vorgegebenen Kriterien. Nur bei einwandfreier Übereinstimmung der im Qualitätsmanagement-Handbuch festlegten Betriebsabläufe mit der praktischen Umsetzung im ganz normalen Geschäftsalltag wird die Zertifizierung für die Folgezeit bestätigt. Das umfangreiche Überwachungsaudit wird vom TÜV Thüringen durchgeführt. Nach einem intensiven Einführungsgespräch mit Geschäftsführern und Abteilungsleitern folgt die ausgiebige Prüfung der einzelnen Abteilungen. Nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung durch den Qualitätsmanagement- Beauftragten sind alle Mitarbeiter bestens vorbereitet und können damit sämtliche Anforderungen problemlos erfüllen. Die Geschäftsleitung sieht deshalb auch mit Stolz das konsequente Qualitätskonzept für das Unternehmen und die Mitarbeiter als bestätigt und richtungsweisend für die beiden Hotels.

Anforderungen an einen externen Überwachungsaudit aufgelistet:

– Feststellung der IST Situation
– Überprüfung der Wirksamkeit des Qualitätsmanagementsystems
– Darstellung der Verbesserung: Analyse und Ergebnisse aus den Checklisten
– Kontroll- und Korrekturmaßnahmen seit dem letzten Audit 

Mehr Informationen:

Hotel Astoria & Berlin Plaza Hotel
Frank Hägele, Geschäftsführer 
Knesebeckstraße 63 | 10719 Berlin
T: 030/ 884130 | F: 030/ 88413 800 | f.haegele@plazahotel.de | www.plazahotel.de

Für Anfragen der Presse kontaktieren Sie
pr-ide, Public Relations & Industrial Design
Martina Müller | T: 030/ 341 341 0 | mmueller@pr-ide.de

Weitere Hinweise zum Qualitätsmanagement erhalten Sie hier unter diesem Link, sowie über die Homepage des Berlin Plaza Hotels, wie auch über die Firma HotQua.

Wirtschaftsfaktor Tourismus – Die Mehrwertsteuerdebatte

Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz

Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz ist erst vor sechs Wochen beschlossen worden, und gerade mal vier Wochen in Kraft und schon torpediert die SPD, sogar bisher unbekannte FDP Poliker, die Gewerkschaft Verdi! im Bund und in den Kommunen aus allen Rohren jede Chance auf eine solide Umsetzung durch die Unternehmer der Hotellerie.
Seltsam ist nur: Selten gab es so werthaltige Maßnahmen in der Wirtschaftpolitik wie die Senkung der Mehrwertsteuer von 19% auf 7% für Hotelübernachtungen.
Wie viele Subventionen/Förderungen gelangten in Wirtschaftsbereiche, die schon fast marode waren, oder einfach nur mit einer Abschröpfungsmentalität behaftet waren. Beispiel: Nokia (jetzt in Rumanien), Samsung (am letzten Tag der Fördermaßnahme wurden in Berlin die Tore dicht gemacht), Quelle ( € 50 Millionen für Kataloge, die nicht ausgeliefert werden konnnten), oder OPEL mit seinen 45.000 Mitarbeitern! Und immer wieder wurde mit der Rettung der damit verbundenen Arbeitsplätzen argumentiert.

Allein in Berlin arbeiten derzeit 65.000 Mitarbeiter im Hotel und Gaststättengewerbe und die Politik in Berlin unterstützt die Wirtschaftskraft des Tourismus.
Hier ein Auszug:
“Die Einkommenswirkung des Tourismus umfasst das,was nach Abzug der Mehrwertsteuer und den sog. Vorleistungen tatsächlich in Form von Einkommen – das sind Löhne, Gehälter und für den Unternehmer Gewinne – übrig bleibt. Von den 5,84 Mrd. € Bruttoumsatz fließen der Bundeskasse zunächst etwa 735 Mio. € an Mehrwertsteuer zu. Hierbei ist zu berücksichtigen,
dass manche Waren und Dienstleistungen (z. B. Zeitschriften, viele Lebensmittel etc.) mit 7 % versteuert werden. Zieht man die Mehrwertsteuer vom Bruttoumsatz ab, verbleibt ein Nettoumsatz von nahezu 5,11 Mrd. €. Der Einkommensanteil, auch Wertschöpfung genannt, ist je nach Branche, in der die Touristen Geld ausgeben, verschieden. Im Gastgewerbe beträgt dieser Wertschöpfungsanteil ca. 40 %, im Einzelhandel liegt er bei über 20 %, und in einzelnen touristisch relevanten Dienstleistungsbranchen übersteigt er sogar 50 %. 1,69 Mrd. € Einkommen ergeben sich direkt aus den Ausgaben der Besucher in der Stadt. Während die Einkommen den Empfängern relativ klar zuzuordnen sind, sieht dies beim Großteil der Vorleistungslieferanten anders aus. Die Brötchenlieferung an das Hotel ist für
den Bäcker, der auch an die Berliner Bevölkerung verkauft, touristischer Umsatz. Der Wareneinsatz im Einzelhandel, der Strom für die Barbeleuchtung, der Bau von Hotels, die Inneneinrichtung für das Restaurant, der Steuerberater des Taxiunternehmens – eine Vielzahl von Branchen sind unterschiedlich stark mit dem Multiprodukt Tourismus verflochten.”

Und hier noch die Daten aus 2006:
Gastgewerbe in Berlin
Tourismusbedingter Brutto-Umsatz aus Einzelhandel, Dienstleistung u. Gastgewerbe 2006 rd. 8,41 Mrd. EUR
Dieser Einkommensbetrag entspricht einem Äquivalent von 255.000 Pers. (inkl. mitzuversorgender Haushaltsmitglieder), die durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt mit einem durchschnittlichen Volkseinkommen bestreiten können.
(Quelle: dwif-Studie 2007 „Wirtschaftsfaktor Tourismus Berlin“).

Jetzt geht es erst mal an die Arbeit !

PS1. Wieso wird in den Medien nie ein Grund gegen die Mehrwertsteuersenkung gennant?

PS2. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) ist der Branchenverband der Hoteliers und Gastronomen in Deutschland. Hinter dem DEHOGA steht mit dem Gastgewerbe ein starkes Stück mittelständischer Wirtschaft: Über eine Million Beschäftigte und mehr als 100.000 Auszubildende in 240.000 Betrieben erwirtschaften einen Jahresnettoumsatz von 55,5 Milliarden Euro.