Archiv für den Tag: 13. Februar 2010

Der Berlinale Report

3. Teil der Berlinale Reportage!

“Wie sich doch gleich das Verhalten der Schlange verändert, wenn das Filmegucken erstmal angefangen hat.

Die einen waren am Donnerstag im Zoopalast bei der Publikumsvorführung des Eröffnungs-Wettbewerbsfilm Tuan Yuan, die anderen haben nur am Berlinale Palast die vielen Busse mit chinesischen Delegationen bestaunt und ein Teil war wie bereits beschrieben beim Panorama-Eröffnungs-Film.
In den ersten Tagen des Schlangestehens wird allgemeines diskutiert (welches ist dein Lieblingskino, hast du auch ….. gesehen, warum haben wir es nicht geschafft, eine Sommerberlinale auf die Beine zu stellen, Geschichtchen werden ausgetauscht).
Jetzt aber beginnt der Austausch darüber, was man gesehen hat und es ist super interessant zu sehen, wie unterschiedlich Filme wirken können.
Dann beginnen die Planungen, wann man mal zusammen ins Kino gehe kann………die Logistik dabei ist bei jedem anders. Die einen notieren sich das auf Excellisten, die anderen arbeiten mit dem Booklet der Berlinale, wieder andere häufen kleine Schmierzettel aneinander. Jeder hat halt so sein System. Die Schreiberin fügt ihren Plan hier mal bei, falls man das einfügen kann. Der Sinn der Schlange ist es jedenfalls schon, auch mal zusammen einen Film anzugucken.
Diese Berlinale war von vielen Mißgeschicken der Schlangenfreunde gesprägt: CG brach sich am Sonntag abend das Bein und hat jetzt 6 Wochen Gips. IR bekam Grippe und musste bis Donnerstag das Bett hüten. RH hütet dagegen seine kleine Tochter und kann erst ab Dienstag anstehen. SA ist aus einer Stadt in Niedersachsen und kann erst am Sonntag anreisen. Wie gut, dass man Freunde hat, die dann die Karten mitbringen. MD und KM mussten arbeiten, Urlaub war diesmal nicht drin. BM ist gar vier Monate in Südamerika und kann gar nicht teilnehmen.. per sms berichtet er, wie heiss es dort unten ist und dass er in Gedanken bei uns ist.
Manch “Verhinderter” kommt dann mal eben vorbei und bringt Croissants oder die neueste Zeitung und gibt den “Auftrag” für den heutigen Tag an eine Person seines Vertrauens ab…. oft ist dies dann die Schreiberin dieser Zeilen, die an Spitzentagen 40-50 Karten kauft. Gott sei Dank sind drei Kassen offen, so dass sie nicht alles blockiert.
Das Personal an der Bar begrüßt uns mittleweile fröhlich, wenn wir um 8 Uhr endlich bibbernd die Eingangshalle betreten. Gott sei Dank sind wir nicht so verrückt wie die am Potsdamer Platz, die stehen manchmal schon am Vorabend. Wir haben uns jetzt für die nächste Zeit auf 6 Uhr geeinigt, das reicht vollkommen. Ist noch kalt genug.
Tipp des heutigen Freitags: “Renn wenn du kannst”, sehr (vielleicht 15 Minuten zu langer) ambitionierter Film über einen jungen Mann im Rollstuhl und seine Beziehungen zu Menschen auf zwei Beinen. Das besondere an so einem Festival ist ja, dass das Team anwesend ist, dass man ein wenig Hintergrund erfährt und irgendwie eben immer eine festliche Stimmung herrscht. In diesem Film jedenfalls vollbringt Robert Gwisdek eine irre Leistung, als gesunder Mensch diese Rollstuhl-Rolle zu übernehmen. Sehr überzeugend.
Und “Due vite per caso”, ein ital. Film, in dem eine Geschichte aus zwei Sichten erzählt wird. Manchmal entscheidet eine Sekunde über den weiteren Fortgang deines Lebens.. und der Film ezählt zwei Möglichkeiten.
Dann war da noch eine Performance im Arsenal, nunja.. hätte man sich sparen können. Und ein wunderbarer Musikfilm von 1951, eine Adaption von Hoffmanns Erzählungen.
Die Schreiberin hat die Karte für den 6. Film am Freitag verkauft, um rechtzeitig nach Hause zu kommen und diese Zeilen zu schreiben.. Größe liegt eben manchmal auch im Verzicht!
Bis später!

Nana Frisch

Vielen Dank mal wieder für den wunderbaren Artikel und hier ist der Plan:Berlinale Grundplanung 2010

Mit freundlichen Grüßen aus der warmen Stube!

(Frank Hägele)