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    Der Berlinale Top Bericht!

    Berlinale pur!

    “Hier noch ein kleiner langer Text, da ich heute etwas früher zuhause bin und nicht ganz so müde bin..
     
    Text:
    Der Freitag war ein voller Erfolg mit einer Ausnahme (der Roehler-Film)..
    Aber erstmal ein kleiner Nachtrag zu Donnerstag: voller Freude hab ich gelesen, dass der Film
    “Neukölln Unlimited” den Preis der 14plus Kategorie gewonnen hat. Hat er auch verdient.
    Ich war ja am Donnerstag noch in zwei Retro-Filme: Berlin-Ecke Schönhauser, fast eine Doku, weil der geniale Kohlhaase wirklich ein tolles Berlin-Bild zeichnet. Und ein “DDR-Roadmovie” hab ich danach geguckt: Sabine Kleist, 7 Jahre. Die reisst aus aus dem Heim, in dem sie wohnt und erlebt so einiges im Ostberlin der 80-er Jahre. Es macht auch großen Spaß, all die alten Plätze zu sehen und die Darstellerin ist wirklich herzallerliebt, wenn auch ganz schön kess.
    Zwischen zwei Wettbewerbsfilmen war ich in “Congo in four acts” – vier kleine Dokus über Leben, Arbeitslosigkeit, Musik und Politik und Macht und Machtlosigkeit im Congo. Sehr interessant.
    “Na putu” ist der Wettbewerbsbeitrag von Bosnien-Herzegowina und zeigt in einer sehr gut strukturierten Geschichte die Wandlung eines “normal” gläubigen Menschen zu einem “strikt” gläubigen Moslem, der sich der Gruppierung der Wahhabiten anschließt. Seine modern orientierte Freundin sieht mit Erschrecken, wie sich ihr Freund verändert und trifft eine Entscheidung. Wirklich guter Film mit heiklem Thema.
    “Rompecabezas – Puzzle” ist ein Film über eine 50-jährige Argentinierin, die nach ihrem Geburtstag den Spaß am Puzzeln entdeckt und sich darin neu bestätigt, aber nicht sinnlos aus ihrem alten Leben einfach davon rennt. Sehr unterhaltsam, obwohl relativ ruhig und die Handkamera war teilweise recht anstrengend.
     
    Und am heutigen Freitag war ich in “Boy”, einem neuseeländischen Kinderfilm, der mich sehr berührt hat. Wundervolle Hauptdarsteller und eine gute Story, die aber meines Erachtens nicht für Kinder geeignet ist. Bzw. bin ich der Meinung, dass Kinder nicht sofort eine Cannabis-Pflanze erkennen; nicht verstehen können, warum der Junge plötzlich seinen Vater schlägt (der ganze Saal 1 des Zoopalastes klatschte, das war aber die völlig falsche Reaktion, weil der Vater bis dahin eigentlich ganz lieb war und erst im Nachhinein rauskam, dass er sich nie um die Familie gekümmert hat) und nicht gleich wissen können, dass die eine Mitschülerin sich im Auto wahrscheinlich gerade an einen Lastwagenfahrer gegen Geld “verkauft” hat. Vielleicht sehe ich das falsch, aber ich denke, man setzt da zuviel voraus bzw. setzt den Kindern Dinge vor, die sie noch gar nicht unbedingt wissen müssen.
    Im Friedrichstadtpalast sah ich dann “Jud Süß” und der war wirklich so schlecht, wie man behauptete. Wer hier das Casting gemacht hat, muss irgendwie neben sich gestanden haben. Ich bin großer Fan von Moritz Bleibtreu, aber so einen schlechten Goebbels hab ich noch nie gesehen. Überhaupt wirkte alles  manieriert, Frau Gedeck war auch sehr lahm und die arme Gudrun Landgrebe muss sich für eine blöde montierte Sexszene hergeben etc. Alles in allem ist der Film überflüssig. Oskar Roehler, hat so gute Filme gemacht, was hat ihn dazu getrieben, sich um diesen Stoff zu kümmern? Und wer fördert sowas?
     
    Also gingen wir frustriert was essen (schon wieder eine warme Mahlzeit), machten einen kleinen Abstecher zur Kreuzausstellung in der Matthäi-Kirche am Kulturforum und sahen dann “Bibliethèque Pascal”. Dieser Film war wieder mal der Beweis, dass das Forum die eigentlichen guten Filme hat. Kommt aus Rumänien und handelt von einer Frau, die auf der Suche nach Lebensunterhalt so allerlei durchmacht und schließlich nach England verkauft wird, wo sie in einem Designer-Themen-Bordell arbeiten muss. Als sie daraus befreit wird, muss sie für das Jugendamt eine stimmige Geschichte erzählen, damit sie ihre Tochter wiederbekommt. Das ganze ist als bunte Groteske angelegt und so kann man diesen sehr sehr traurigen Stoff mit Augenzwinkern bewältigen. Große Bilder, eine fantastische Hauptdarstellerin, die mit dem Regisseur verheiratet ist und das Kind im Film ist auch ihr eigenes Kind. Die Idee zu dem Film bekam sie, als sie wegen wiederholten Nichtbezahlens einiger Park-Strafzettel mal für zehn Tage in den Knast gehen musste und dort mit Nutten ins Gespräch kam, die ihr ihre Geschichten erzählten, bzw. ihr klarmachten, dass man manchmal auch in einer Traumwelt leben muss, um das alles zu verarbeiten.
    Den Abschluß bildete NINE im Friedrichstadtpalast. Der Applaus straft die schlechte Kritik Lügen, das Publikum gab Szenenapplaus und es waren viele Bravo-Rufe zu hören. Ich fand ihn ganz ganz wunderbar, tolle Tanzszenen, tolle Stimmen, wunderschöne Kostüme und sogar die Story war gut, nicht so blöd wie in anderen Musicals. Ok, ich kenne glaub ich die Fellini-Vorlage nicht, kann also nicht vergleichen. Aber so für sich alleine gesehen ist dieser Film mit den einigen der besten Schauspielerinnen wirklich gelungen und war ein krönender Abschluß des heutigen Tages. 
    Als  mich dann auf der Rückfahrt noch mein Hunger plagte, überlegt ich, wo ich mir jetzt noch einen Döner holen könne. Ein Pärchen in der Ubahn mir gegenüber hatte einen VegiBurger daei und die Diskussion ging darum, ob man ihn denn noch essen würde oder doch wegwerfen – denn morgen zum MIttagessen wäre er bestimmt pappig. Ich grinste wohl zu auffällig, dachte ich doch auch grad über Essen nach – sie sahen meinen hungrigen Blick und schenkten mir den Burger, kicher. Bin zwar Burger-Hasser, aber ich hatte echt so einen Knast, grins…
    Kleines Intermezzo im Friedrichstadtpalast: da einige Schlangensteher ganz knapp kamen, hielt ich fünf Plätze frei. Das ist ganz normal, da ja viele wirklich so wie ich von einem Film zum nächsten rennen und oft knapp kommen. Da man nicht in der ersten Reihe sitzen will, schickt man jemanden rechtzeitig ins Kino, der freihält. Die Reaktionen waren diesmal besonders harsch: wir sind doch nicht auf Mallorca, warum hamse denn nicht gleich ihr Handtuch da hingelegt, wielange wollen sie das denn noch freihalten und und und. Ich blieb stur, meine Schlangen-Freunde dankten es dann auch.
    Und in der Reihe dahinter sass ein Herr, der zu seiner Frau sagte: das ist die Frau aus der Kartenschlange, die kenne ich. Was die in der letzten Woche geleistet hat, ist echt zu bewundern. Vollkommen durchorganisiert holt sie extrem viele Karten für Leute, die aus triftigem Grund am Stehen gehindert sind – alle Achtung. Und jetzt hält sie auch noch frei.
    Wir kamen dann ins Gespräch und er erzählte, dass er mich schon seit Jahren beoabachtet und dass er es fasziniert ist vonder guten Stimmung, die “da vorne in der Schlange” herrscht.
    Ist doch schön, oder?
    Zwei Tage noch – und am Montag erstmal ausschlafen!

    Nana Frisch

    PS. Dieser Bericht wurde via iPhone erstellt!

    1 Kommentar to “Der Berlinale Top Bericht!”

    1. Filmfilm Meint:

      Liebe Frau Frisch. Sie sollten Filmkritikerin werden! Wirklich sehr gut geschrieben.

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