Archiv für den Monat: Februar 2010

Berlinale in Berlin

Das letzte mal Anstehen!

“Heute hatte ich um 22 Uhr 30 meinen ersten Wettbewerbsbeitrag im Berlinale-Palast, weswegen es jetzt doch sehr spät geworden ist und ich daher nur ein paar kurze Worte verliere. Der Wettbewerbsfilm Shekarchi – the Hunter – , eine iranisch-deutsche Produktion, hat leider nicht überzeugt. Tolles Sounddesign, aber der Stoff war unlogisch, die Handlung nicht stringent und irgendwie war ich von dem Film nicht angetan. Schade, denn der Regisseur, der gleichzeitig der Hauptdarsteller ist, ist sehr sympathisch und ich hätte es dem Iran gegönnt.
Ein Highlight heute war “Jep”, ein Kinderfilm über ein Vogel-Menschen-Kind. Echt süsse Geschichte mit einer niedlichen Hauptfigur und einem immer noch sexy wirkenden Huup Stapel (der Traum meiner nunja Jugend:-)
Außerdem Perspektive Deutsches Kino mit “Cindy liebt mich nicht”. Empfehlenswertes Roadmovie über die Liebe und den Wahnsinn.
In der Schlange gab es heute morgen fast ne Schlägerei, weil sich kurz vor zehn Uhr einer eingeschmuggelt hatte und nicht weichen wollte. Die konkurrierenden Parteien wurden doch sehr laut, aber man schaffte es, ihn rauszunehmen. Es ist einfach nicht gerecht – wir stehen seit 5 Uhr und dann denkt einer, er könne das einfach so umgehen? Es hört sich vielleicht lächerlich an, aber eine Person kann wirklich darüber entscheiden, wer nun noch ne Karte bekommt und wer nicht. Selbst wenn er gar nicht Wettbewerb gucken will, er blockiert die Kasse (heute wieder nur zwei, um halb elf kam eine verschlafene Dritte hinzu)! Es ist faszinierend, dass immer wieder Leute versuchen, unser System zu durchbrechen. Ob die sich bei Aldi auch einfach mittenrein stellen? Ich denke da öfter darüber nach: wenn es bei uns gar keine Anstellsysteme gäbe, wäre es ja verständlich. Aber es gibt Schlangen im Supermarkt, Schlangen am Bus, Schlangen am Flughafen. Schlangen in der Philharmonie. Nur bei der Berlinale gehen unverfrorene Menschen an 100 wartenden anderen vorbei und reihen sich vorne ein. Absolut unverständlich.

Bin heute super müde, es hilft kein Kaffee und keine Cola mehr, ein Film, der nicht sofort packt, wird nicht mehr richtig wahrgenommen. Sowas wie “el recuento de los danos” mit 9 Szenen und der absolut langsamsten Kameraführung meiner diesjährigen Berlinale, trägt da nicht gerade zum Wachbleiben bei. Das Ödipus-Thema ist auch schon weitaus besser behandelt worden in anderen Filmen……….uninteressant.
“Orly” auch naja……..nett beobachtet, aber brauche ich diese Informationen? Da wäre unser lang geplanter Film über die Schlange und die Lebensläufe der Ansteher spannender.

Allen Lesern einen fröhlichen Tag – ich stehe heute das letzte Mal an – wie schön!”

Nana Frisch

Toshiba 26 AV 500P gesucht!

Neulich im Berlin Plaza Hotel

Es gibt manchmal Sachen, die glaubt “man” nicht. So wie vorgestern, als bei uns im Hotel ein Fernseher aus dem Zimmer entwendet wurde. Zufällig wurde der Täter noch beim Rausgehen von einer Mitarbeiterin gesehen, die der Meinung war, der Fernseher ist defekt, und muss zur Reparatur. Dann schnell noch ein: “Wir kriegen ihn” und 4 Mitarbeiter liefen hinterher!
Wie im wahren Leben: vom Täter keine Spur.

Was wir haben ist die Vorgangsnummer mit dem Vermerk – besonders schwerer Diebstahl – und natürlich die
Beschreibung des “Täters”, die Gerätenummer und zum Glück auch noch Details, die wir aber lt. der Polizeidienststelle nicht veröffentlichen sollten. Die Hausdurchsuchung naht!

Und nun zu den Details:
Flachbildschirm Model Toshiba 26 AV 500
Geräte Nr. 840 70 702 73 71 C
Kaufdatum 16.10.2008!

Und für alle die einen guten Flachbildfernseher kaufen möchten, unser Tipp: Sound Brothers, die Kompetenz-Adresse
für HOME-CINEMA in Berlin.

PS. Die GEZ wird es gar nicht freuen, da jetzt statt 131 TV Geräte nur noch 130 Stück berechnet werden können!

Sachdienliche Hinweise bitte an: info@plazahotel.de

Berlinale Halbzeit

Der Berlinale Report vor Ort

“Jetzt ist doch tatsächlich schon bald die zweite Hälfte… kaum zu glauben, wie die Zeit vergeht.

Da endlich mein Bekannter aus Münster im Lande ist, für den ich seit einer Woche Karten kaufe, musste ich heute erst um 9 Uhr in der Schlange sein, weil er sich ab 5 Uhr für mich angestellt hat. Hach, was so ein paar Stunden mehr ausmachen??
Da aber kein Tag ohne Drama verlaufen kann bei diesen Festspielen, kam heute der absolute Hammer: in der Vorverkaufsstelle an der Schaperstraße, wo wir sonst waren, gab es immer vier Kassen. Hier in der Urania gibt es dieses Jahr nur 3 Kassen. Und heute gab es nur ZWEI Kassen. Wir bekamen fast nen Herzinfarkt, als uns die Tragweite um 9 Uhr 45 bewußt wurde. Wenn so jemand wie ich an der Kasse steht (ich hole für mehrere Leute, die alle aus diversen triftigen Gründen nicht anstehen können und ich kaufe täglich zwischen 30 und 40 Karten), ist die Kasse zehn Minuten blockiert. Das bedeutet bei Wettbewerbskarten oft, dass sie dann weg sind. Also das war echt ein Schock. Die Berlinale scheint die eine Stelle ganz gestrichen zu haben. Wir denken, wir werden uns zusammenschliessen und nächstes Jahr da mal vorher uns an die Organisation wenden. Das Schöne an der Berlinale ist ja die große Publikumspräsenz, da darf man sich die Öffentlichkeit auch nicht vergraulen.

Filmisch hatte ich heute Kontrastprogramm:
Erst der Kinderfilm “Yuki und Nina”, eine Geschichte über ein Scheidungskind, das mit der Mutter wieder nach Japan zurück soll. Sehr dichte Geschichte, ob die anwesenden Kinder dem so folgen konnten, weiss ich nicht.
Gleich im Anschluß der australische “Western” Red Hill. WAS FÜR EIN FILM. Zwar sehr blutig, aber eine geniale Story, tolle Bilder und super spannend. Bei den Italowestern der 70er Jahre waren früher auch alle tot, da sah man das nur nicht so deutlich. Der Film hat mich echt beeindruckt.
Dann hab ich den koreanischen Film “Yeobaewoodle” gesehen…..6 Schauspielerinnen bei einem Fotoshooting für einen Modekalender. Toll, diese Frauen zu beobachten und ihre Intrigen zu sehen und überhaupt das ganze drum und dran an so einem Shooting. Weil sie auf die Schmuck warten müssen, der beim Transport im Schnee stecken geblieben ist, trinken Champagner und werden langsam immer fröhlicher………der Regisseur sagte hinterher, sie hätten wirklich Alkohol getrunken, sonst wären sie nicht so aus sich heraus gegangen.
Und zum Schluß “The Oath” ein sehr mutiger und entschiedener, wichtiger Film über ein heikles Thema.
Eigentlich hätte ich noch “La bocca del lupo” gucken wollen, der war nämlich gleich im Anschluß. Aber das Einlaßpersonal erlaubte nicht, dass man drin blieb und die Schlange draussen war laaaaaaaaang- und ich war sehr müde. Und ein Freund hatte mir erzählt, dass der Film nicht so dolle sein soll. Also hab ich die Karte an der Kasse verkauft und bin nach Hause. Da morgen nochmal Großkampftag ist, weil drei große Filme im Verkauf sind, heisst es nochmal gaaanz früh aufstehen und in der Kälte stehen.

Daher: ab ins Bett vor Mitternacht (was nicht ganz geklappt hat:-)
Am Ubahnhof bei mir zuhause traf ich noch eine junge Filmemacherin, die zu einer Party in die Huttenstraße wollte und mich fragte, ob ich nicht mitwolle.
Aber die Vernunft siegte dann doch… ”

Nana Frisch

Berlinale 2010 Report

Der Berlinale Tipp und Empfehlenswerte Filme

“Der Sonntag ist quasi fast Bergfest und für mich immer mit dem Montag zusammen der anstrengendste Tag. Jetzt beginnt die Müdigkeit durchzuschlagen, die Reaktionen werden langsamer, die Aufnahmebereitschaft nimmt ab, ich steige in die falsche Ubahn, stehe vor dem falschen Kino (das ist mir zumindest letztes Jahr passiert) oder ich verplane mich mit meinen Zeiten. Berlinale heisst auch gut zu Fuß sein, da man ständig zu spät ist.
Es gibt ja mindestens zwei Sorten Berlinale-Besucher (außer den Akkreditierten und Presse-Leuten): die die nur in den Berlinale-Palast gehen, sich die Stars angucken und eben die Wettbewerbsfilme gucken – und die, die vor allem kleine Produktionen anschauen aus Ländern, die man gerne hat, oder in die man nie hinkommt. So geht es mir: ich gucke bevorzugt Filme, die ich niemals im Leben im Kino sehen könnte, weil sie gar keinen Verleiher finden. Oder Filme in Originalsprache aus spanisch-oder französich-sprachigen Ländern (zum Üben) oder Filme aus Korea, Brasilien, China, Japan – also Länder, in die ich definitiv leider nie fahren werde. Und dann ist es mein Ziel, über 50 Filme zu schaffen Dieses Jahr ist das einfacher alles unterzubringen, da die Filme nicht mehr so ewig lang sind. Letztes Jahr waren alle 140 – 160 Minuten lang, das hat das ganze etwas schwierig gemacht.
Gestern musste ich dann zum ersten Mal einen Film verkaufen, weil Gott sei Dank eine Freundin gemerkt hatte, dass sich das gehörig überschnitt: 19.15 im Cinestar und 20 Uhr im Cinemaxx, das konnte nicht gut gehen. Also entschied ich mich gegen “Au revoir Taipei” und machte eine Wartende glücklich, und für “Plein Sud”, was wohl eher ein Fehler war. Dieser Film ist ziemlich unnötig, eigentlich ein Roadmovie über einen jungen Mann, der von Frankreich nach Spanien fährt, um mit seiner Mutter eine alte Rechnung zu begleichen, aber die Handlund ist ziemlich uninteressant. Da helfen nur die wirklich schönen Darsteller und die irre baskische Landschaft, durch die er dann kurz fährt. Wieder mal schläft das halbe Kino, ich teilweise auch:-(
Mein absoluter Höhepunkt war “Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch“. Für Freunde des Ausdruckstanzes, aber eigentlich für jedermann ein Muss! Was man mit Jugendlichen machen kann, wenn man es schafft, sie zu begeistern. Eine Hommage an Pina Bausch und die wunderbaren Menschen, die ihren Stil übernommen haben und ein Händchen für Menschen haben. Der Friedrichstadtpalast tobte vor Begeisterung, zumal die jungen Leute aus Wuppertal alle anwesend waren und sich zurecht viel viel Applaus abholten.

Noch zwei empfehlenswerte Filme:
Waste Land: Abfallsucher aus Brasilien werden zur Kunst (Näheres kann man man ja nachlesen). Am Anfang für müde Menschen anstrengend, weil zu viel Text und Interviews, aber dann wird der richtig spannend und auch mal wieder sehr bewegend, weil es zeigt, dass Kunst helfen kann.
Indigène D’eurasie: französich-russicher-litauischer Thriller, grau in grau, aber mit einem fantastischen Hauptdarsteller (Daniel Craig des Ostens) und einer spannenden Geschichte.
El vuelco del cangrejo war wieder mal so ein Film, den die Welt nicht braucht, vielleicht war ich aber einfach nur zu müde.
Da stellt sich dann heraus, ob die Sitze eines Kinos gemütlich sind oder nicht:-)

Morgens hatte wir das Glück, dass wir wieder einen Gasofen hatten. Der Mann, der vor drei Tagen total verhüllt im Schlafsack lag (siehe Bild), hat jetzt das Frieren satt und wärmt sich uns uns mit seinen Gasöfen… Vielen Dank..
Übrigens passiert es immer noch, dass Menschen sich einfach an dieser Schlange vorbeidrängeln und kurz vor Beginn der Kassenöffnung plötzlich hinter einem stehen und total verwundert sind, wenn man sie ziemlich barsch ans Ende der Schlange verweist. Da sind sich Gott sei Dank alle einig, denn ein Mensch mehr oder weniger kann eine Minute ausmachen, die bei sehr begehrten Filmen dazu führen kann, dass man die Karte nicht mehr bekommt. Ich war gestern 11. und war z.B. die Letzte, die für den Film “Youth in revolt” für Donnerstag noch ne Karte bekommen hat. Spannend finde ich dann nur, wie wichtig einem so was sein kann. Wir verteidigen unsere Plätze ziemlich vehement – dabei geht es doch nur um Kinokarten. Aber kurz vor zehn geht der Puls schneller, die Wangen werden rot und man konzentriert sich auf seine Liste und WEHE, man wird gestört, der Kartendrucker fällt aus oder man merkt plötzlich, dass man eine Nummer nicht rausgesucht hat.

Alles in allem war der Sonntag ein gelungener Tag, ich habe sogar mal was warmes gegessen, was in dieser Woche nicht unbedingt selbstverständlich ist.
Bis morgen!”

Nana Frisch

Business Lunch in der Knese

Die 7. Kalenderwoche vom 15. Februar 2010 bis zum 19. Februar 2010 hält folgende Gerichte zum Mittagessen von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr in der Knese bereit:

Montag, 15. Februar
€ 6,50 Blut- und Leberwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln
oder
€ 9,50 Schweinemedaillons mit Blumenkohl und Macairekartoffeln

Dienstag, 16. Februar
€ 6,50 Hackbraten mit Mischgemüse und Kartoffeln
oder
€ 9,50 Putensteak auf Rahmchampignons zu Kartoffelgratin

Mittwoch, 17. Februar
€ 6,50 Germknödel mit Pflaumen
oder
€ 9,50 Kalbsbraten mit Rosenkohl und Kartoffeln

Donnerstag, 18. Februar
€ 6,50 Hähnchencurry mit Reis
oder
€ 9,50 Lammkeule mit geschwenkten Bohnen und kleinen Kartoffeln

Freitag, 19. Februar
€ 6,50 Gemüsemaultaschen mit geschmolzenen Zwiebeln
oder
€ 9,50 Lachsmedaillons auf Penne mit Gurken-Dillrahm

Wie gewohnt mit einer Tagessuppe, einem Glas Mineralwasser und einer Tasse Kaffee!

Die 60. Berlinale

Der Berlinale Report – Teil 4
Heute nur ein kurzer Bericht, da es ein langer Tag war (der letzte Film endete um kurz nach Mitternacht und um 6 Uhr 30 will ich an der Schlange stehen..die Nacht verspricht kurz zu werden.

So entspannt war es in der Schlange schon lange nicht mehr.. ich kam um 6 Uhr 34 in der Urania an und war VIERTE.

So lässt sich das Anstehen aushalten. Es leuchteten auch noch die Lichter der Eingangsbeleuchtung, die großen Scheinwerfer gaben warmes Licht ab und wir konnten uns ab und zu die Hände daran wärmen.

Ziemlich eilig ging es dann ins International zu einem der ersten Highlights der diesjährigen Berlinale. Der Film “Die Spur der Bären” ist ein Rückblick auf 60 Jahre Berlinale und eine wirklich gelungene Sache. Die Macher und das Team waren anwesend und beantworteten reichlich Fragen. Vor Beginn des Films galt es aber noch, eine Ehrung durchzuführen: die Gießerei Noack, die den Bären gießt, der alljährlich verliehen wird, erhielt die Auszeichnung der Berlinale-Kamera. In Empfang wurde dieser Preis von Hermann Noack dem 3., der mit seinen 80 Jahren aber noch einen sehr aktiven Eindruck machte. Für mich war es ein unverhofftes Wiedersehen, da eben dieser Herr Noack bei mir im Hotel St.-Michaels-Heim , das ich leite, wenn ich nicht im Kino sitze, einmal eine Figur auf der Brunnenskulptur vor der großen Eingangshalle repariert hat.
Jedenfalls gab es eine bewegte und liebevolle Laudatio durch Herrn Kosslick und Herr Noack machte auf sympathische Art und Weise seinen Unmut darüber deutlich, dass diese Berlinale Kamera nicht in seiner Firma gegossen wurde:-)
Mit großer Verspätung und daher in großer Eile fuhr ich dann ins Cinestar zu dem sehr bewegenden Dokumentationsfilm “Making the boys“, über das Making of des Filmes und Theaterstücks “The boys in the band”. Gelungen und ziemlich traurig.
Da ich heute spät dran bin, nur eine Kurzversion:
“I’m in trouble” leider bedeutungslos und fast langweilig.
“Die Fremde” : die Regisseurin hat aus dieser wahren Geschichte ein Klischeedrama gemacht, das nur durch die gute Hauptdarstellerin und den süssen kleinen Kinderdarsteller rausgerissen wird. Schade, denn das hätte viel Diskussionsstoff geben können, wenn man es besser aufbereitet hätte. Aber der Fanclub war dabei und so tobte das Publikum im ausverkauften Zoopalast.
Mein persönlicher Hit vom Samstag (von dem Berlinale-Film mal abgesehen) ist “Mine Vaganti”, eine Komödie aus Italien über ein bzw. zwei Comingouts. Tolles Szenenbild, super sympathische Darsteller, sehr schöner Soundtrack und einfach klasse. Ein bisschen war er interessanterweise mit der “Fremden” vergleichbar, da es auch um Traditionen ging und “was sagen die Leute” bzw. Ehre, aber es wurde halt leichter aufgelöst.. war ja auch eine Komödie.

Die Kinos sind leider total überhitzt, wahrscheinlich wollen die den Getränkeumsatz ankurbeln;-)

Morgen mehr

Nana Frisch

PS. Das Problem mit der Überhitzung gibt es in einem der besten Kinos weltweit nicht. Die Astor Film-Lounge, die nur ca. 400 Meter vom Berlin Plaza Hotel entfernt ist!!!

Von der Berlinale zum Karnevale

Berlin Hejo!

Gerade noch nicht lange ist es her, da tummelten sich die Stars und Sternchen auf dem roten Teppich vor den Premiere-Berlinale Kinos.
Und in 2 Stunden turnen die Jecken auf dem Kurfürstendamm herum! Es werden sicherlich wieder 1 Millionen Zuschauer sein, die den Faschingsumzug begeistert zusehen werden. Schön, dass so viele gekommen sind nach Berlin, um sich zu zeigen, um sich zu amüsieren.

Und um 12.00 Uhr gehe ich mal ein Bierchen in der Knese trinken!

Der Berlinale Report

3. Teil der Berlinale Reportage!

“Wie sich doch gleich das Verhalten der Schlange verändert, wenn das Filmegucken erstmal angefangen hat.

Die einen waren am Donnerstag im Zoopalast bei der Publikumsvorführung des Eröffnungs-Wettbewerbsfilm Tuan Yuan, die anderen haben nur am Berlinale Palast die vielen Busse mit chinesischen Delegationen bestaunt und ein Teil war wie bereits beschrieben beim Panorama-Eröffnungs-Film.
In den ersten Tagen des Schlangestehens wird allgemeines diskutiert (welches ist dein Lieblingskino, hast du auch ….. gesehen, warum haben wir es nicht geschafft, eine Sommerberlinale auf die Beine zu stellen, Geschichtchen werden ausgetauscht).
Jetzt aber beginnt der Austausch darüber, was man gesehen hat und es ist super interessant zu sehen, wie unterschiedlich Filme wirken können.
Dann beginnen die Planungen, wann man mal zusammen ins Kino gehe kann………die Logistik dabei ist bei jedem anders. Die einen notieren sich das auf Excellisten, die anderen arbeiten mit dem Booklet der Berlinale, wieder andere häufen kleine Schmierzettel aneinander. Jeder hat halt so sein System. Die Schreiberin fügt ihren Plan hier mal bei, falls man das einfügen kann. Der Sinn der Schlange ist es jedenfalls schon, auch mal zusammen einen Film anzugucken.
Diese Berlinale war von vielen Mißgeschicken der Schlangenfreunde gesprägt: CG brach sich am Sonntag abend das Bein und hat jetzt 6 Wochen Gips. IR bekam Grippe und musste bis Donnerstag das Bett hüten. RH hütet dagegen seine kleine Tochter und kann erst ab Dienstag anstehen. SA ist aus einer Stadt in Niedersachsen und kann erst am Sonntag anreisen. Wie gut, dass man Freunde hat, die dann die Karten mitbringen. MD und KM mussten arbeiten, Urlaub war diesmal nicht drin. BM ist gar vier Monate in Südamerika und kann gar nicht teilnehmen.. per sms berichtet er, wie heiss es dort unten ist und dass er in Gedanken bei uns ist.
Manch “Verhinderter” kommt dann mal eben vorbei und bringt Croissants oder die neueste Zeitung und gibt den “Auftrag” für den heutigen Tag an eine Person seines Vertrauens ab…. oft ist dies dann die Schreiberin dieser Zeilen, die an Spitzentagen 40-50 Karten kauft. Gott sei Dank sind drei Kassen offen, so dass sie nicht alles blockiert.
Das Personal an der Bar begrüßt uns mittleweile fröhlich, wenn wir um 8 Uhr endlich bibbernd die Eingangshalle betreten. Gott sei Dank sind wir nicht so verrückt wie die am Potsdamer Platz, die stehen manchmal schon am Vorabend. Wir haben uns jetzt für die nächste Zeit auf 6 Uhr geeinigt, das reicht vollkommen. Ist noch kalt genug.
Tipp des heutigen Freitags: “Renn wenn du kannst”, sehr (vielleicht 15 Minuten zu langer) ambitionierter Film über einen jungen Mann im Rollstuhl und seine Beziehungen zu Menschen auf zwei Beinen. Das besondere an so einem Festival ist ja, dass das Team anwesend ist, dass man ein wenig Hintergrund erfährt und irgendwie eben immer eine festliche Stimmung herrscht. In diesem Film jedenfalls vollbringt Robert Gwisdek eine irre Leistung, als gesunder Mensch diese Rollstuhl-Rolle zu übernehmen. Sehr überzeugend.
Und “Due vite per caso”, ein ital. Film, in dem eine Geschichte aus zwei Sichten erzählt wird. Manchmal entscheidet eine Sekunde über den weiteren Fortgang deines Lebens.. und der Film ezählt zwei Möglichkeiten.
Dann war da noch eine Performance im Arsenal, nunja.. hätte man sich sparen können. Und ein wunderbarer Musikfilm von 1951, eine Adaption von Hoffmanns Erzählungen.
Die Schreiberin hat die Karte für den 6. Film am Freitag verkauft, um rechtzeitig nach Hause zu kommen und diese Zeilen zu schreiben.. Größe liegt eben manchmal auch im Verzicht!
Bis später!

Nana Frisch

Vielen Dank mal wieder für den wunderbaren Artikel und hier ist der Plan:Berlinale Grundplanung 2010

Mit freundlichen Grüßen aus der warmen Stube!

(Frank Hägele)

Berlinale eröffnet !

Warten auf die Karten

Am heutigen Donnerstag sieht die Lage schon etwas entspannter aus. Es ist Gott sei Dank nicht mehr so kalt wie gestern – gestern hatte die Kälte die Wartenden ganz schön mitgenommen.

Es schneite ja unaufhörlich und war bitterkalt und es war für Vorbeifahrende sicher witzig, dieses Häuflein Mensch zu beachten, wie es versuchte, sich durch Trippeln, Arme aneinanderschlagen, auf – und niederhopsen warm zu halten.

Heute also ist es fast lau :-).. aber das liegt auch daran, dass doch tatsächlich der Erste in der Schlange einen Gasofen dabei hat. Das ist natürlich DIE Idee, warum sind wir da nicht gleich drauf gekommen? Der Arme war auch wieder so schrecklich früh da, diesmal kommen aber alle anderen erst kurz vor sechs, weil man dieses lange Anstehen auf Dauer nicht aushält. Drei Stunden alleine mit dem Gasofen – welch furchtbare Vorstellung!

Die Schlange vertreibt sich die Wartezeit mit Geschichtchen:
“Einmal durfte ich mich zwischen die Jury setzen, weil dort noch Platz war.. plötzlich drängelte sich eine Dame durch die Reihe und rutschte aus… ich fing sie auf und siehe da: ich hatte Julie Christie in den Armen. Meine Frau bemerkte sofort den seligen Blick in meinen Augen, als ich abends nach Hause kam.”
“Ein anderes Mal kam die Filmkopie zu spät, so dass sie nicht mehr überprüft werden konnte. Als der Film anlief, merkte man, dass er keine Untertitel hatte und im Original Russisch war. Zur Überraschung aller meldete sich eine Dame aus dem Publikum, die den Film live ohne ihn zu kennen übersetzte und direkt einsprach..Alle Achtung!”

“Wisst ihr noch, wie man früher noch Chancen hatte, Karten für die Eröffnung der Berlinale zu bekommen? Damals waren auch noch mehr Filme im Wettbewerb, weil es die verschiedenen Sektionen nicht gab.”
Heutzutage ist es so, dass es eine Zweitvorführung des Eröffnungsfilms fürs Publikum gibt – in die Hauptaufführung gelangt man nur mit sehr sehr guten Beziehungen.
Die Schreiberin dieses Textes hat ein VIP-Angebot für Freitag erhalten, weil ein Freund eine Karte gewonnen hat. Welch eine Entscheidung!! Die mühsam ergatterten Karten für Freitag wieder verkloppen?? Um in einem VIP-Kreis von 6 Personen an einer Berlinale-Tour teilzunehmen: mit Champagner und Häppchen, Blick hinter die Kulissen, Pressegesprächteilnahme für den Film “Ghost Writer” und Ansehen des Films “The Howl” im VIP-Bereich und wieder Champagner und Häppchen.
Nach langem Hin und Her und gemeinsamen Diskussionen über das Für und Wider schenkt sie diese VIP-Einladung an einen guten Freund weiter, der immer extra aus dem Süden Deutschlands kommt, um an der Berlinale teilzunehmen.
Bei dichtem Schneetreiben ist dann abends ein Teil der Schlange zum Eröffnungsfilm des Panorama “Veselchaki” unterwegs, ein russischer Film über die Lebensgeschichten einer Gruppe Transsexueller, die in einem Club in Moskau auftreten. Sehr bewegend mit tollem Soundtrack, eindrucksvoller Kamera und begeisterten Schauspielern, die alle in der Realität keine Transsexuellen sind und sich in dieses “Drag Queen-Genre” erst einspielen mussten. Trotz aller Lockerheit, die rüberkommt, ist es ein mutiger und trauriger Film, der am Ende viel Applaus erhält.

Jetzt endlich ist es soweit: die Erkennungsmelodie der Berlinale, etwas aufgepeppt mit einem Stern und dem 60-Jahre-Logo flimmert über die Leinwand und wir wissen, das Warten hat sich gelohnt: sie hat begonnen: die 60. Berlinale.

Nana Frisch

Karneval in Berlin

Am Sonntag den 14. Februar ziehen sie wieder über den Kudamm! Die Jecken kommen!

Und wie in den Vorjahren ist auch das Berlin Plaza Hotel wieder dabei! Mit Sion Kölsch, Bratwürste vom Grill und Glühwein erwarten wir den Karnevalszug gegen 13:00 /13:30 Uhr vor der Knese in der Knesebeckstraße an der Ecke zum Kurfürstendamm!

Das Tollste: Er kommt noch einmal zurück, wir haben ihn also doppelt!

Und das Allertollste: Es soll im Gegensatz zum letzten Jahr nicht regnen sondern höchstens etwas schneien! Das Wetter scheint uns dieses Jahr hold zu sein!

Musikalische Unterstützung bekommen wir von unseren Kollegen vom Eventservice Rush Hour Group, die uns eine große Anlage zur Verfügung stellen, damit die Musik vom Zug nicht lauter ist als unsere :-)

Ideale Voraussetzungen also, um mit uns zu feiern und nach Kamelle zu fischen!