Archiv für den Tag: 9. Dezember 2010

Businessluch in der Knese

Die Wochenkarte für ‘s Mittagessen in der Woche vom 13. bis 17. Dezember 2010

Montag 13. Dezember
€ 6,50 Milchreis mit Kirschen, Zucker und Zimt
oder
€ 9,50 Sauerbraten mit Rosenkohl und Kartoffeln

Dienstag 14. Dezember
€ 6,50 Gemüselasagne mit Paprikasauce
oder
€ 9,50 Kalbsgulasch mit Penne Rigate

Mittwoch 15. Dezember
€ 6,50 Karotten-Kartoffeleintopf mit Bockwurst
oder
€ 9,50 Geschmorter Kasseler mit Grünkohl und Kartoffelgratin

Donnerstag 16. Dezember
€ 6,50 Spaghetti Bolognese
oder
€ 9,50 Hähnchen-Cordon bleu mit Pommes frites und Salat

Freitag 17. Dezember
€ 6,50 Berliner Boulette mit grünen Bohnen und Bratkartoffeln
oder
€ 9,50 Kleines Zanderfilet auf Blattspinat mit Kartoffeln

Restaurant Knese – Berliner Speiselokal
Knesebeckstraße 63 / Kurfürstendamm
10719 Berlin – Charlottenburg
Reservierungen unter 030 / 884 13-448

Unbekanntes deutsches Filmerbe präsentiert von CineGraph Babelsberg:

Wo?
Im Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a/ Marstall, 14467 Potsdam
Kartenreservierung: 0331-27181-12

Der DEFA-Verbotsfilm „Der Frühling braucht Zeit“
12. Dezember 2010, 11 Uhr
R: Günter Stahnke, DDR 1965

Einführung zum Film: Günter Agde (Filmhistoriker)

Unter den DEFA-Verbotsfilmen jenes berüchtigten SED-Kahlschlag-Plenums 1965 war er der am wenigsten spektakuläre. Als 1989/90 diese Filme an die Öffentlichkeit kamen, blieb er auch wenig gesehen. In einer Filmmatinee am 12.12. im Filmmuseum Potsdam kann dies jetzt nachgeholt werden.

Die SED-Spitze ging mit dem Film und seinem Team genauso rigide um wie mit den anderen: Er wurde ohne Ankündigung nach nur kurzer Laufzeit aus den Kinos genommen, die Kopie im Archiv abgeliefert, Regisseur Günter Stahnke fristlos entlassen. Dabei war der Film eine Art Parteiauftrag von höchster Stelle: Die Parteikontrollkommission, das höchste und strengste innerparteiliche Kontrollorgan der SED, hatte den Autoren alle Akten eines hochbrisanten Wirtschaftsverbrechens zur Verfügung gestellt. Daraus gestalteten sie einen dramatischen Prozessbericht mit verteilten Rollen, der die Bedeutung des Vergehens im heftigen Widerstreit der Beteiligten spiegelte. Jedoch: Die Filmemacher waren ehrlich genug zu zeigen, dass keiner der Konfliktträger vollkommen falsch oder vollkommen richtig gehandelt und dass keiner wissentlich ein Verbrechen begangen hatte. Günter Stahnke verschärfte die Heftigkeit der Auseinandersetzung durch schroffe, expressionistisch anmutende Arrangements in kühl-sachlichen Interieurs, die einen herben filmischen Reiz ausstrahlten und von den damaligen Erzählkonventionen abwichen. Eine solche Art, enorm zugespitzte Konflikte differenziert und trotzdem mit Sinn für das Persönliche zu gestalten, wurde den SED-Oberen suspekt und führte zum Verbot. (Günter Agde) 

Außerdem im Programm: 

Wiederaufführung des Verbotsfilms „Die Taube auf dem Dach“
14. und 16. bis 19. Dezember 2010
R: Iris Gusner, DDR 1973 

Auf einer Baustelle im Süden der DDR lernt die Bauleiterin Linda Hinrichs zwei Männer näher kennen: den spontanen Studenten Daniel und den Arbeiter Hans Böwe, der nie ein richtiges Zuhause gefunden hat. Über die Dreiecksgeschichte entwirft der Debütfilm Iris Gusners ein Panorama der Gesellschaft zwischen utopischem Ideal und der damaligen Lebenswirklichkeit.

Wegen „Verunglimpfung der Arbeiterklasse“ in den 70er Jahren nicht zur Aufführung zugelassen, blieb der Film hinter verschlossenen Türen, der Film war zwei Jahrzehnte lang unauffindbar. Erst jetzt konnte ein schwarz-weißes Dup-Negativ des in Farbe gedrehten Films rekonstruiert werden. 

Copyright Text & Bilder © Filmmuseum Potsdam