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Unbekanntes deutsches Filmerbe präsentiert von CineGraph Babelsberg

Stummfilm mit Livemusik am 18. Juni 2011, 20 Uhr

Filmmuseum Potsdam, Breite Str. 1a/ Marstall, 14467 Potsdam
Kartenreservierung: 0331-27181-12

Ludwig der Zweite, König von Bayern. Schicksal eines unglücklichen Menschen
R: Wilhelm Dieterle, D: Wilhelm Dieterle, Theodor Loos, Rina Marsa, D 1929, 133’
Einführung: Kai Nowak (Uni Gießen), an der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte

Mit nur 18 Jahren bestieg der junge Ludwig den Königsthron in Bayern. Er profilierte sich vor allem als Förderer von Kunst und Kultur, doch sein Faible für die Baukunst ruinierte die Staatsfinanzen. Ludwig, der immer exzentrischer wurde, zog sich in die romantische Welt seiner Schlösser zurück, wo für ihn Wirklichkeit und Illusion verschwammen. Die Regierung ließ ihn für wahnsinnig erklären und entmündigen. Kurz nachdem er unter Hausarrest gestellt worden war, fand Ludwig – am 13. Juni vor 125 Jahren – im Starnberger See unter bis heute ungeklärten Umständen den Tod.

 Wilhelm Dieterle stellt Ludwig II. als einen getriebenen Menschen dar, der an den Zwängen des Amtes und einem intriganten Umfeld scheitert. Fast 50 Jahre nach dem mysteriösen Tod des „Märchenkönigs“ schien der Mythos immer noch tief am bayerischen Selbstverständnis zu rühren: Rechte Verbände und die bayerische Regierung liefen 1930 Sturm gegen den Film. Als die Münchener Polizei trotz reichsweiter Zulassung ein örtliches Verbot aussprach, war der Zensurskandal da. Vor allem Berliner Blätter und die Filmfachpresse polemisierten scharf gegen München: „Hier geht es – um das noch einmal den Hetzern im bayerischen ‚Ausland’ zu sagen – wirklich nicht um billige Sensationsmache und kleinliche Motive, hier entrollt sich in eindrucksvollen, ergreifenden Bildern das tragische Schicksal eines unglücklichen Königs, der an der Welt, an der Engstirnigkeit, am System zugrunde ging. (…) Dieterle hat hier wieder mal eine Rolle gefunden, die seiner starken schauspielerischen Persönlichkeit vollauf gerecht wird.“ (Licht-Bild-Bühne, 1930) 

Der mit Livemusik begleitete Stummfilm wird innerhalb der Kooperationsreihe mit CineGraph Babelsberg, dem Berlin-Brandenburgischen Centrum für Filmforschung e.V. gezeigt. Der Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt auf der Erforschung und öffentlichen Präsentation des unbekannten deutschen Filmerbes. CineGraph Babelsberg gibt die Zeitschrift „Filmblatt“ heraus. Eintritt: 10,- €, erm. 8,- €

Außerdem im Programm:

Ludwig II.
R: Luchino Visconti, D: Helmut Berger, Romy Schneider, Trevor Howard, I/F/BRD 1972, OmU, 245‘ (mit Filmpause) 

Geschichten vom Untergang und Neubeginn, von Pracht und Dekadenz erzählt Luchino Visconti in seinen filmischen Epen. Wie nah Schönheit und Schrecken, Genie und Wahnsinn beieinander liegen, zeigt auch „Ludwig II.“, sein letztes Monumentalwerk. In fast vier Stunden wird die Psyche des bayerischen Märchenkönigs seziert. Romy Schneider konnte sich mit diesem Film auf ganz besondere Art endgültig von der zuckersüßen Sissi der 1950er verabschieden. In Viscontis Film verkörpert sie die österreichische Kaiserin ein letztes Mal und zeigt eine distanzierte und beherrschte, fast kalte Elisabeth. Helmut Berger spielt als Ludwig II. eine seiner markantesten Rollen (Spieltermine: 14. und 19. Juni, 18 Uhr). 

Copyright Text & Foto © Filmmuseum Potsdam

Berlin Plaza Hotel Ausstellungs-Tipp : Romy Schneider

Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris

Noch bis zum 30. Mai 2010 läuft die Ausstellung Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris in dem Museum für Film und Fernsehen.

Die Ausstellung zeigt die wechselhafte Karriere von Romy Schneider, die Ende der 1950er Jahre nicht mehr „Sissi“ sein wollte und in den 1970er Jahren als Star des französischen Kinos gefeiert wurde. Dieses wird an Hand von Fotografien, Filmausschnitten und Zeitungsartikeln dokumentiert. Die Film-Historikerin Daniela Sannwald hat dafür zwei Jahre lang Leben und Werk der großen Schauspielerin erforscht. Die Hommage, die auf einer Ausstellungsfläche von 450 qm im Filmhaus zu sehen ist, thematisiert ebenso die Rollen- und Imagewechsel der Schauspielerin wie ihre Darstellung in den Medien. Viele der ausgestellten Fotos aus den 1950er und 1960er Jahren sind bisher weitgehend unbekannt und stammen aus den Sammlungen der Deutschen Kinemathek. Die Schauspielerin wurde auf Schritt und Tritt von Fotografen und Journalisten verfolgt, die Ihre Schicksalsschläge für die internationale Boulevardpresse dokumentierten. Romy Schneider fühlte sich zeitlebens als deren Opfer. Sie starb im Mai 1982 in Paris. Romy Schneider wird von Millionen Fans in aller Welt verehrt und zählt bis heute zu den Weltstars des Kinos.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Tel.: +49-30-300 903-0
Fax: +49-30-300 903-13

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